Basler Quartiere: Welches Viertel für welchen Abend
Kleinbasel, St. Johann, Gundeli oder Hafen: welches Basler Viertel zu welchem Abend passt, wo du aussteigst und welche Linien nachts noch fahren.
Von der Redaktion Urlaub-Magazin.ch, veröffentlicht am . Lesezeit 8 Min. Lesezeit.

Wohin, wenn du einen Abend in Basel hast und nicht in der Gasse stehen willst, in der alle anderen auch stehen? Die Stadt ist klein genug, dass du jedes Quartier in ein paar Tramstationen erreichst, und verschieden genug, dass die Wahl trotzdem etwas ändert. Das Rheinufer in Kleinbasel und ein Abend im Gundeli sind zwei unterschiedliche Sachen, auch wenn dazwischen nur eine Tramfahrt liegt.
Amtlich sind es 19 Viertel – fürs Ausgehen zählt eine Handvoll
Der Kanton führt die Stadt Basel in 19 Wohnvierteln: Altstadt Grossbasel, Vorstädte, Am Ring, Breite, St. Alban, Gundeldingen, Bruderholz, Bachletten, Gotthelf, Iselin, St. Johann, Altstadt Kleinbasel, Clara, Wettstein, Hirzbrunnen, Rosental, Matthäus, Klybeck und Kleinhüningen. Riehen und Bettingen kommen dazu, gehören aber als eigene Gemeinden nicht zur Stadt.
In dieser Einteilung redet im Alltag niemand. Basel Tourismus fasst die 19 Viertel zu sieben Stadtteilen zusammen, und die Leute selbst sagen «Gundeli», «Kleinbasel» oder «St. Johann». Für einen Abend sind ohnehin nur ein paar davon interessant – hier die Gegenden mit der Haltestelle, an der du aussteigst:
| Quartier | Wofür der Abend dort steht | Haltestelle | Linien mit Ganztagsbetrieb |
|---|---|---|---|
| Altstadt Kleinbasel, Clara | Rheinufer, Bars und Restaurants, Betrieb auf den Plätzen | Claraplatz | Tram 6, 8, 14, 15; Bus 31, 38 |
| Altstadt Grossbasel | Theater, Museen, traditionelle Beizen | Barfüsserplatz | Tram 3, 6, 8, 11, 14, 15, 16 |
| St. Johann | neue Gastrobetriebe, Rheinuferweg, Novartis Campus | Voltaplatz | Tram 1, 11 |
| Gundeldingen | Schmelztiegel der Kulturen, Markthalle beim Bahnhof | Tellplatz | Tram 15, 16 |
| Matthäus, Klybeck | Feldbergstrasse, Quartiermarkt, Aufbruch | Feldbergstrasse | Bus 30 |
| Kleinhüningen | Hafen, Dreiländereck, Club auf dem Rhein | Kleinhüningen | Tram 8; Bus 36, 46 |
| Wettstein | ruhig und trotzdem nah an allem | Wettsteinplatz | Tram 15 |
| Breite | Wohnquartier, keine Ausgehmeile | Breite | Tram 3; Bus 80, 81 |
Ein Hinweis, der später noch wichtig wird: Zwei Linien, die auf dem Netzplan durch attraktive Gegenden führen, helfen dir abends nicht. Das Tram 12 durchs Gundeli und das Tram 21 durchs St. Johann fahren nur zur Morgen- und Abendspitze von Montag bis Freitag. Wer sich auf sie verlässt, steht nach dem Essen an einer Haltestelle, an der nichts mehr kommt.
Kleinbasel: das Rheinufer und die Gassen dahinter
Wenn Basel eine Ausgehgegend hat, dann diese. Die Kleinbasler Altstadt galt lange als das «mindere Basel» – ein Spottname, den heute niemand mehr ernst meint. Basel Tourismus beschreibt das Quartier als mediterran am sonnenverwöhnten Rheinufer, mit viel Leben auf den Plätzen, in den Strassen und in den Bars und Restaurants der Gegend.
Wie stark sich das gedreht hat, erzählt der Veranstalter Tino Krattiger auf den Quartierseiten der Stadt: In seiner Kindheit habe die Gegend um die Rheingasse ausgesehen wie Teile Ostberlins nach dem Mauerfall – graue Häuser, ungepflegte Strassen, viel Russ. Heute stehen dort herausgeputzte historische Strassen mit Restaurants und Bars.
Praktisch heisst das: Du steigst am Claraplatz aus. Dort halten den ganzen Tag über, von Montag bis Sonntag, die Trams 6, 8, 14 und 15 sowie die Busse 31 und 38. Vom Claraplatz sind es wenige Schritte ans Wasser und in die Gassen dahinter. Wer lieber isst als trinkt, findet im Klara an der Clarastrasse eine Halle mit Foodständen aus verschiedenen Ländern.
Die vier Rheinfähren – Ueli, Vogel Gryff, Leu und Wild Maa vom Fähri-Verein Basel – bringen dich tagsüber ohne Umweg über eine Brücke auf die andere Seite. Im Nachtnetz des Kantons stehen sie nicht; für den Rückweg nach Mitternacht musst du also anders planen.
St. Johann und Gundeldingen: die zwei ehemaligen Arbeiterquartiere
Beide Quartiere haben dieselbe Geschichte und ein ähnliches Tempo: Arbeiterquartier, viele Kulturen nebeneinander, und seit einigen Jahren eine Gastroszene, die nachzieht.
Im St. Johann entsteht mit dem Novartis Campus eine «Stadt in der Stadt», und rundherum machen laufend neue Lokale auf. Dazu kommt der Rheinuferweg, über den du dem Fluss entlang bis ins Dreiland laufen kannst, und der St. Johanns-Park mit freiem Blick auf den Rhein – beides taugt für den frühen Abend, bevor du dich hinsetzt. Aussteigen: Voltaplatz, Tram 1 oder 11, beide den ganzen Tag und die ganze Woche.
Das Gundeldingen, von allen nur «Gundeli» genannt, liegt direkt hinter dem Bahnhof SBB und gilt als Schmelztiegel der Kulturen. Das auffälligste Haus des Quartiers ist die Markthalle mit der Kuppel: Nach Jahren als Veranstaltungsort und als mässig erfolgreiches Einkaufszentrum ist sie heute wieder das, was sie früher war – ein Ort fürs Essen, nur eben mit Foodständen statt mit Marktbänken. Aussteigen: Tellplatz, Tram 15 oder 16.
Hafen, Klybeck und Matthäus: wo Basel nach Meer riecht
Der Norden ist die Gegenrichtung zur Altstadt – industriell, weit, und genau deshalb interessant. Am Hafen treffen drei Länder aufeinander, Schiffe legen an und ab, und Basel Tourismus nennt das Ambiente industriell geprägt, aber mit besonderem Charme. Das Nordstern hat hier seit 2016 ein Schiff als Zuhause: ein Club für elektronische Musik, direkt auf dem Rhein.
Im Matthäus ist die Feldbergstrasse die Hauptachse, und der Matthäusmarkt dort hat sich zum Quartiertreffpunkt entwickelt. Der Boutique-Besitzerin Andrea Otto Knopp zufolge fühlt sich Basel an der Kreuzung Klybeck-/Feldbergstrasse grösser und urbaner an als sonst irgendwo – eine Beschreibung, die trifft, wenn du dort abends ankommst.
Zum Hafen fährt das Tram 8 bis zur Endhaltestelle Kleinhüningen, dazu die Busse 36 und 46. An der Feldbergstrasse hält der Bus 30, der den ganzen Tag zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof pendelt.
Das Nachtnetz fährt nur in zwei Nächten pro Woche
Das ist der Punkt, an dem die meisten Abende in Basel kippen. Der Kanton führt ein eigenes Nachtnetz mit den Nacht-Trams 1, 6, 8, 10, 11, 14, 15 und 16, den Nacht-Bussen 30, 32, 33, 34, 36, 38 und 47 sowie den Nacht-S-Bahnen S1, S3 und S6. Alle diese Kurse tragen denselben Vermerk: Nächte Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag. An einem Dienstagabend gibt es also kein Nachtnetz, sondern nur den letzten regulären Kurs.
Am Wochenende ist die Lage komfortabel. Vom Claraplatz fahren nachts die Nacht-Trams 6, 8, 14 und 15 sowie die Nacht-Busse 34 und 38. Das Nacht-Tram 8 nimmt die ganze Achse Kleinhüningen – Claraplatz – Bahnhof SBB – Neuweilerstrasse, deckt also Hafen, Kleinbasel und Bahnhof in einer Fahrt ab. Der Nacht-Bus 36 fährt sogar weiter als seine Tagesversion und endet nicht in Kleinhüningen, sondern am Dreiländereck.
Zwei Gegenden fallen nachts ab. An der Breite hält kein Nacht-Tram, dort führt das Nachtnetz nur Busse. Und am Tellplatz im Gundeli kommt nachts das Nacht-Tram 15 – das Tram 12, das tagsüber durchs Quartier fährt, ist zu dieser Zeit längst eingestellt.
Häufige Fragen
Wie viele Quartiere hat Basel?
Die Stadt Basel besteht amtlich aus 19 Wohnvierteln. Zusammen mit den Gemeinden Riehen und Bettingen kommt der Kanton Basel-Stadt auf 21 Einheiten. Umgangssprachlich sind es deutlich weniger, weil mehrere Viertel unter einem Namen zusammengefasst werden – «Kleinbasel» etwa meint meist die Altstadt Kleinbasel zusammen mit Clara und Matthäus.
Welches Basler Viertel ist das beste zum Ausgehen?
Kleinbasel, wenn du Dichte willst: Rheinufer, Plätze, Bars und Restaurants liegen dort nahe beieinander, und die Anbindung ist tags wie nachts die beste der Stadt. St. Johann und Gundeldingen sind die Alternative für einen ruhigeren Abend mit neueren Lokalen, die Grossbasler Altstadt die Wahl, wenn Theater oder Museum dazugehören.
Was unterscheidet Gross- und Kleinbasel?
Der Rhein. Auf der Grossbasler Seite liegen die Altstadt Grossbasel mit Münster und Rathaus sowie die meisten Museen, auf der Kleinbasler Seite die Altstadt Kleinbasel, Clara und Matthäus. Historisch galt Kleinbasel als der geringere Teil – daher der alte Spottname «minderes Basel», der heute nur noch als Anekdote herumgeht.
Wie komme ich nachts von Kleinbasel zurück zum Bahnhof SBB?
In den Nächten Freitag/Samstag und Samstag/Sonntag mit dem Nacht-Tram 8, das vom Claraplatz direkt zum Bahnhof SBB fährt. In allen anderen Nächten fährt nach dem letzten regulären Kurs nichts mehr, und der Weg führt zu Fuss über die Mittlere Brücke durch die Grossbasler Altstadt.
Geprüft am 22. September 2026 anhand der offenen Daten des Kantons Basel-Stadt (Wohnviertel sowie Liniennetz des öffentlichen Verkehrs) und der Quartierseiten von Basel Tourismus.
Weitere Ziele

